Keine Leere nach der Lehre!

Keine Leere nach der Lehre. Die JUSO St.Gallen setzt sich ein für ein Recht auf Weiterbeschäftigung nach Lehrabschluss. Damit will sie keinen Betrieben schaden, sondern die Wirtschaftsverbände in die Pflicht nehmen.
Die JUSO St.Gallen veranstaltete vergangenen Montag eine Aktion vor dem Hauptsitz des Wirtschaftsverbands „Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell“. Sie wollten sich damit für ein realitätsnahes Recht auf Weiterbeschäftigung nach Lehrabschluss einsetzen. Weil die Wirtschaftsverbände oft beklagten, ein solches Recht sei für die Betriebe nicht tragbar und würde zu weniger Lehrstellen führen, fordert die JUSO nun von den Verbänden selber eine Lösung.
„Während der Lehre leisten die Lernenden gute, harte Arbeit in ihren Betrieben. Sie legen sich ins Zeug für sehr wenig Lohn, was für die Arbeitgebenden natürlich sehr angenehm ist. Wenn’s dann aber darum geht, dass sie übernommen werden und im Betrieb eine anständige Stelle bekommen, blocken die Arbeitgebenden ab,“ erklärt Andrea Scheck (22) der JUSO St.Gallen, Organisatorin der Aktion.
Die Lernenden müssten sich auf Lehrende eine neue Stelle suchen. Das klappe nicht bei allen: Viele müssten sich Zwischenlösungen oder lehrfremde Jobs suchen, und könnten so keine Berufserfahrung sammeln. Die Wirtschaftsverbände würden diese Missstände noch verteidigen, indem sie gesetzliche Regulierungen abblocken, so die JUSO St.Gallen. Darum seien jetzt sie in der Pflicht, Lösungen zu bieten. Zum Beispiel eine branchenweite Lenkung, wie viele Leute in welchem Beruf ausgebildet werden müssen, damit die Menschen nachher auch eine Anstellung finden.
Die JUSO St.Gallen überreichte der IHK ihre Forderungen in einem Schreiben. Botschaft des Textes: „Niemand soll jahrelang in einem Betrieb chrampfen, ohne danach eine Chance auf eine Weiterbeschäftigung zu haben. Es braucht jetzt sofort eine Lösung – fertig mit den Ausreden!“

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