Besetzung St. Leonhard: Cerfeda raus, Kirche für alle.

01.09.2025

Die JUSO St.Gallen solidarisiert sich mit den Besetzenden der St.Leonhardskirche von Samstagnacht und ihren Forderungen. Die Kirche soll zurück ins öffentliche Eigentum überführt und den Besetzenden zur Verfügung gestellt werden.

Mutige Aktivist*innen haben in der Nacht auf den Sonntag die seit 20 Jahren leerstehende St. Leonhardskirche besetzt. Ihre Botschaft ist klar: In einer Stadt ohne autonomen, aktivistischen Kulturraum müssen sich die Menschen von diesen selbst angeeignen. In einer Welt, in der Einzelpersonen ganze Kirchen kaufen können, um diese 20 Jahre leer stehen zu lassen, muss man sie zu unserem Glück zwingen. Die JUSO St.Gallen solidarisiert sich mit den Besetzer*innen und ihren Forderungen: «Unser Dank gebührt allen Aktivist*innen, die diese Besetzung möglich gemacht haben. Gemeinsam mit ihnen kämpfen wir nun weiter für eine Stadt für jene, die sie beleben, statt für Bonzen, die ganze Kirchen besitzen.», so Robin Eichmann, JUSO-Stadtparlamentarier*in.

Nach Bekanntgabe der Besetzung dauerte es nicht lange, bis die JUSO vor Ort war, um die Besetzer*innen zu unterstützen und sich zu solidarisieren. So konnten Aktivist*innen der JUSO unter anderem die Verhandlungen mit der Polizei unterstützen und dafür beitragen, dass der Besitzer schriftlich erklärte von Strafanträgen gegen die Aktivist*innen abzusehen. «Das Versprechen, die Besetzenden nicht anzuzeigen ist das Minimum. Das wahre Verbrechen ist, dass hier eine Einzelperson einen Kulturraum seit 20 Jahren leer stehen lässt. Giovanni Cerfeda muss jetzt an den Verhandlungstisch und «seine» Kirche der öffentlichen Hand zurückführen.», so Chiara Gerster, Co-Präsidentin JUSO Kanton St.Gallen. In den letzten 20 Jahren zeigte sich, dass Giovanni Cerfeda weder Interesse hat an einem lebendigen Kulturraum noch an einer zukunftsfähigen Stadt. Der Architekt Cerfeda scheitert daran, ein denkmalschutzrechtliches Projekt vorzulegen. Aus Trotz blockiert er im Gegenzug eine Veloverbindung für die St.Galler Bevölkerung. Die Stadt St.Gallen muss nun einen Weg finden, wie sie mit der St.Leonhardskirche umgeht. Die JUSO fordert vom Stadtrat Vorschläge, wie er die Kirche zurück ins öffentliche Eigentum überführen kann, um ihn den Besetzenden zur Verfügung zu stellen.

Die Besetzung der St.Leonhardskirche war wohl erst der Anfang von etwas Grossem. «Die radikale Linke hat in dieser Nacht einen klaren Sieg errungen. Zwar haben wir noch kein Haus, aber all unsere Aktivist*innen sind frei und die ganze Stadt spricht über unser Anliegen. Und sie wird sich auf unsere Seite stellen.», so Michelle Schaffer, Vorstandsmitglied JUSO Kanton St.Gallen.